In meinem Zuhause sind Kinderzimmer kleine Universen voller Phantasie — und leider oft auch voller Chaos. Ich habe über die Jahre gelernt, dass gute Aufbewahrung nicht nur praktisch sein muss, sondern auch zum Spielen und Entdecken einladen darf. Deshalb zeige ich dir hier, wie ich modulare Aufbewahrungsboxen aus gebrauchten Holzkisten baue und personalisiere. Die Idee: aus Alt neu machen, flexibel bleiben und dabei ein hübsches, kindgerechtes System schaffen, das mitwächst.
Warum gebrauchte Holzkisten?
Gebrauchte Holzkisten sind für mich die perfekte Basis: robust, günstig oder sogar kostenlos, nachhaltig und mit Charakter. Oft findet man sie auf Flohmärkten, bei Bauernhöfen (Obstkisten) oder über Plattformen wie eBay Kleinanzeigen und Facebook Marketplace. Außerdem lassen sie sich leicht anpassen — stapeln, aneinander schrauben, rollen oder an der Wand befestigen.
Was du brauchst (Materialien & Werkzeuge)
Hier eine kompakte Auflistung der Grundausstattung, die ich meistens verwende. Du kannst Mengen je nach Projektgröße anpassen.
| Material | Empfohlene Menge |
| Gebrauchte Holzkisten | 3–8 Stück (je nach Zimmergröße) |
| Schleifpapier (Körnung 80, 120, 220) | je 1–2 Blätter |
| Holzschutz / Lasur oder Kreidefarbe | 0,5–1 Liter |
| Holzschrauben, Winkel | Packung 20–50 Stück |
| Rollen (mit Bremse) oder Möbelfüße | 4 pro Module |
| Griffe, Etiketten, Schablonen | nach Wunsch |
| Holzleim | 1 Tube |
Schritt-für-Schritt: Mein Bauprozess
Ich arbeite gern in Etappen — so bleibt alles überschaubar und das Ergebnis sauber.
1. Kisten aussuchen: Achte auf solide Seitenwände und wenig Fäulnis. Unebenheiten sind okay, sie geben Charakter.2. Reinigen: Mit einer Bürste und Seifenwasser Schmutz und Späne entfernen. Gut trocknen lassen.3. Abschleifen: Groben Dreck und alte Farbe mit 80er Schleifpapier entfernen, dann mit 120 und 220 glatt schleifen. Besonders Kanten breche ich leicht ab — das wirkt kinderfreundlicher.4. Stabilisieren: Lose Bodenbretter mit Holzleim und Schrauben sichern. Innen kann man zusätzliche Leisten einsetzen, falls die Kiste später schwere Sachen tragen soll.5. Schutz & Farbe: Ich bevorzuge für Kinderzimmer schadstoffarme Produkte. Für natürliche Optik nutze ich eine Dünnschicht Holzlasur (z. B. von Osmo), für Farbe Kreidefarben von Marken wie Annie Sloan oder günstigere Alternativen. Für robuste Flächen empfiehlt sich eine wasserbasierte Lackversiegelung.6. Rollen oder Füße montieren: Für häufiges Umräumen befestige ich Lenkrollen mit Bremse. Für stationäre Regale sind Möbelfüße stabiler.7. Module verbinden: Mit Winkeln oder lange Schrauben kannst du Kisten zu Einheiten verbinden. Ich baue oft unterschiedlich hohe Türme, die man mit einer Rückwand aus dünnem Sperrholz stabilisiert.8. Personalisieren: Namen, Formen oder lustige Motive lassen sich mit Schablonen, Malerkrepp oder Tafelfarbe auftragen. Auch Stoffeinsätze oder Innenfächer sind möglich.Design-Ideen und Personalisierung
Beim Dekorieren halte ich mich an ein paar einfache Prinzipien: harmonische Farben, klare Beschriftung und abwechslungsreiche Texturen.
Farbschema wählen: Zwei bis drei Farben reichen, z. B. Pastelltöne mit einem kräftigen Akzent (Senfgelb, Petrol oder Koralle).Etikettensystem: Ich nutze abwischbare Tafelfolien oder wiederverwendbare Holzschilder, so können die Kinder selbst die Inhalte wechseln.Stoffeinsätze: Aus alten Bettlaken oder Campingstoff nähe ich einfache Einlegekörbe, die das Innere sauberen halten und weich sind.Lern- & Spielzonen: Eine Kiste kann als Bauklötze-Box, eine andere als Bücherregal dienen — mit passenden Piktogrammen versehen, finden Kinder leichter, was sie suchen.Sicherheitshinweise
Ich nehme Sicherheit sehr ernst, besonders bei Möbeln für Kinder:
Keine scharfen Kanten — Kanten mit Schleifpapier abrunden.Schrauben versenken oder mit Abdeckkappen versehen.Rollen mit Bremsen verwenden, damit die Box nicht wegrutscht.Bei aufgestellten Türmen an der Wand sichern (z. B. mit Winkeln oder Riemen), damit nichts kippt.Auf schadstoffarme Farben achten (frei von Lösungsmitteln, EN71-konform bei Spielzeugfarben).Flexible Module: Tipps zum System
Mir gefällt ein Baukastenprinzip: gleiche Kistengrößen ergeben stapelbare Module. Varianten:
Horizontale Reihen: Niedrig gestapelt als Sitzbank mit Stauraum darunter (Sitzkissen drauf).Vertikale Türme: Hohe Regale, ideal für Bücher und Ordner, Wandbefestigung empfohlen.Gestaffelte Module: Unterschiedliche Höhen schaffen Nischen für Spielzeug und Puppen.Wartung & Lebensdauer
Mit ein paar Tricks hält dein System jahrelang:
Regelmäßig prüfen: Schrauben nachziehen, Rollen schmieren.Gebrauchsspuren als Design betrachten — kleine Dellen geben Charakter.Bei Bedarf Farbe erneuern oder einzelne Kisten austauschen, ohne das ganze System zu ersetzen.Häufige Fragen, die mir gestellt werden
Wie viele Kisten braucht man für ein durchschnittliches Kinderzimmer? Das hängt von Spielsachen und Platz ab — meist reichen 4–8 Kisten, gut kombiniert mit Regalbrettern.Ist das eine kostengünstige Lösung? Ja: Kisten sind oft günstig, und Materialien wie Farbe und Rollen sind überschaubar in den Kosten. Der größte Wert liegt in der Zeit fürs Aufbereiten.Kann man das System später für andere Räume nutzen? Absolut. Die Module sind vielseitig: im Flur für Schuhe, im Wohnzimmer als Beistelltisch, oder im Arbeitszimmer als Aktenlager.Wenn du magst, teile ich in einem nächsten Beitrag eine Vorlage für eine Rückwand aus Sperrholz zum Selberbauen sowie eine Druckvorlage für Etiketten — sag mir einfach, welche Kistengröße du hast. Ich freue mich immer über Fotos von nachgebauten Projekten und Fragen zu Farbkombinationen oder Materialquellen.