Als ich vor Kurzem ein schlichtes Sideboard bei einem Flohmarkt fand, wusste ich sofort: Das Potenzial ist riesig. Es war qualitativ gut verarbeitet, aber optisch langweilig. Mit einer Kombination aus zarten Pannacotta-Tönen und dezenten Goldakzenten habe ich ihm ein skandinavisch-elegantes Upgrade verpasst — und ich zeige dir hier Schritt für Schritt, wie du das genauso machen kannst.
Warum Pannacotta-Farben und Goldakzente so gut funktionieren
Pannacotta ist ein warmer, sehr heller Cremeton, der an das Dessert erinnert: weich, beruhigend und dennoch elegant. In Kombination mit klaren, minimalistischen Formen — wie sie typisch für skandinavisches Design sind — schafft dieser Farbton eine ruhige Basis. Goldakzente sorgen für den nötigen Glamour ohne Überladenheit: ein feiner Griff, ein Streifen entlang der Tür oder kleine Füße reichen oft schon aus, um das Möbelstück zu veredeln.
Ich finde diese Kombination so überzeugend, weil sie zwei Gegensätze verbindet: die Ruhe nordischer Farbwelten und die Wärme edler Details. Das Ergebnis ist zeitlos, wirkt hochwertig und passt in viele Wohnstile — von modern-urban bis hyggelig.
Materialien und Werkzeuge (meine Empfehlungen)
Bevor du startest, findest du hier eine Liste der Dinge, die ich verwendet habe. Viele davon lassen sich leicht in Baumärkten oder online (z. B. bei Amazon, OBI oder beim Farbenfachhandel) finden.
- Schleifpapier (Körnung 120 und 220)
- Allzweck-Grundierung für Holz (Acryl- oder Alkydgrund)
- Farbe in Pannacotta (z. B. Acryl- oder Kreidefarbe). Ich nutze gern Kreidefarben wie Annie Sloan oder preiswertere Varianten aus dem Fachhandel.
- Feine Goldfarbe (Metalllack) oder Blattmetall (Goldfolie) für Akzente
- Gute Pinsel: Flachpinsel (2–3 cm) und feiner Rundpinsel für Details
- Schaumstoffrolle für gleichmäßige Flächen
- Abdeckband und Abdeckfolie
- Klare Schutzlackierung (matt oder seidenmatt) für Haltbarkeit
- Feine Schraubendreher, Zangen (für Griffe/Schaniere)
Vorbereitung: Reinigen und Schleifen
Die richtige Vorbereitung entscheidet, wie professionell das Ergebnis wirkt. Ich habe das Sideboard zuerst gründlich mit einem milden Reinigungsmittel entfettet. Danach folgt das Schleifen: Grobes Schleifpapier (120) für Unebenheiten, dann 220 für eine glatte Oberfläche. Das Schleifen schafft außerdem eine gute Haftung für Grundierung und Farbe.
Wenn du bereits vorhandene Beschläge behalten möchtest, entferne sie. Säubere Schubladenführungen, Kanten und eventuelle Kittstellen — kleine Löcher kannst du mit Holzspachtel auffüllen und erneut leicht anschleifen, sobald es trocken ist.
Grundierung: Die Basis für ein langlebiges Ergebnis
Ich verwende immer eine Grundierung, besonders bei dunklem oder bereits lackiertem Holz. Die Grundierung sorgt dafür, dass die Pannacotta-Farbe deckend wird und nicht mehrere Schichten nötig sind. Trage die Grundierung dünn und gleichmäßig auf und lass sie vollständig trocknen (Herstellerangaben beachten).
Tipp: Für besonders strapazierte Bereiche (oben auf dem Sideboard oder an Griffen) kannst du eine stärker haftende Grundierung wählen.
Streichen in Pannacotta: Technik für seidenmatte Flächen
Beim Auftragen der Pannacotta-Farbe habe ich zuerst die Seiten mit einem Flachpinsel gestrichen und große Flächen mit einer Schaumstoffrolle gerollt. Das verbindet eine gleichmäßige Oberfläche mit guter Kantenarbeit.
- Arbeite in dünnen Schichten: Lieber mehrere dünne als eine dicke. So vermeidest du Tropfen und Läufer.
- Zwischen den Schichten leicht mit 220er Schleifpapier anschleifen, um eine sehr glatte Oberfläche zu erzielen.
- Das Finish: Ich habe mich für einen seidenmatten Klarlack entschieden — matt wirkt moderner, seidenmatt gibt ein wenig Tiefe und Eleganz.
Goldakzente setzen: Weniger ist mehr
Jetzt kommt der feine, aber wirkungsvolle Teil: die Goldakzente. Wichtig ist, nicht zu übertreiben. Ich habe drei einfache Methoden ausprobiert und je nach Möbelstück unterschiedlich kombiniert:
- Griffe austauschen: Neue Griffe in mattem Gold (z. B. Messingoptik) werten das Sideboard sofort auf. Achte auf die Lochabstände beim Austausch.
- Feine Linien oder Kanten: Mit einem feinen Rundpinsel und Goldlack kannst du z. B. die Frontkanten leicht betonen oder ein geometrisches Motiv dezent andeuten.
- Füße oder Sockel vergolden: Holzfüße lassen sich mit Goldlack streichen oder mit Blattmetall belegen — ein sehr eleganter Touch, der nicht dominant wirkt.
Wenn du Blattmetall verwendest, arbeite mit speziellem Kleber (Size) und versiegle die Stelle anschließend dünn mit Klarlack. Bei Goldlack achte auf gleichmäßige Schichten.
Detailarbeit: Muster, Schablonen und individuelle Akzente
Ich liebe kleine, persönliche Details. Eine Schablone für ein dezentes Muster kann dem Sideboard Persönlichkeit geben, ohne die skandinavische Klarheit zu verlieren. Beliebt sind geometrische Linien, ein halber Kreis oder ein zartes Wellenmuster entlang des Sockels.
So machst du es sauber:
- Schablone mit Abdeckband fixieren
- Sehr wenig Farbe auf dem Pinsel oder einen kleinen Schwamm verwenden
- Vorsichtig tupfen statt streichen, um Unterlaufen zu vermeiden
Schutz und Pflege
Für ein Möbelstück, das täglich genutzt wird, ist der Schutz wichtig. Ein Klarlack (wasserbasiert, matt oder seidenmatt) schützt die Oberfläche und die Goldakzente. Ich trage zwei dünne Schichten auf und lasse jede gut trocknen.
Zur Pflege reicht ein weiches, kaum feuchtes Tuch. Vermeide aggressive Reiniger — kleine Kratzer kannst du bei Kreidefarben mit etwas Politur und einer sanften Nachbearbeitung ausbessern.
Styling-Tipps: So präsentierst du dein neues Highlight
Ein Sideboard im Pannacotta-Gewand plus goldene Akzente wirkt besonders harmonisch mit:
- Accessoires in Naturmaterialien: Keramikvasen, Leinenläufer, Holztabletts
- Grünen Pflanzen: Ein strukturierter Kaktus oder sanfte Monstera-Blätter schaffen Kontrast
- Farbliche Abstimmung: Beige, warmes Grau und sanfte Pastelltöne ergänzen Pannacotta wunderbar
- Grafische Kunst: Ein schlicht gerahmtes Poster in Schwarzweiß sorgt für Klarheit
Ich arrangiere gern mehrere Ebenen: ein paar Bücher, eine Vase, eine Kerze — und ein besonderes Objekt (z. B. eine kleine Skulptur oder eine goldene Schale), das die Goldakzente aufnimmt. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild.
Fehler, die ich gemacht habe (und wie du sie vermeidest)
Beim ersten Versuch habe ich zu dick lackiert — Ergebnis: Tropfen und ungleichmäßige Stellen. Danach habe ich gelernt, die Schichten dünn zu halten und lieber zwei bis drei Schichten aufzutragen. Ein weiterer Fehler war die Wahl eines zu grellen Goldtons; zu warmes Gold kann billig wirken. Ich empfehle ein gedämpftes, mattes Gold oder Messingoptik.
Ein letzter Tipp: Teste Farben immer an einer unauffälligen Stelle oder auf einem ähnlichen Brett, bevor du großflächig streichst. Lichtverhältnisse können Farbtöne anders wirken lassen.
Wenn du möchtest, teile ich gern meine Bezugsquellen für Pannacotta-Töne und Goldgriffe oder helfe dir bei der Farbauswahl für dein konkretes Sideboard — schick mir ein Foto, und ich gebe dir individuelle Tipps.