Als leidenschaftliche Bastlerin und Verfechterin von Upcycling liebe ich praktische Aufbewahrungslösungen, die nicht nur nützlich, sondern auch schön sind. Faltkörbe aus Stoffresten sind für mich eine perfekte Kombination aus Funktionalität und Kreativität: Sie sind leicht zu nähen, brauchen keine komplizierten Schnitte und lassen sich aus Materialien herstellen, die sonst vielleicht im Schrank verschwinden würden. In diesem Artikel zeige ich dir meine Lieblingsmethoden, gebe Tipps für passende Stoffe und teile Tricks, damit deine Körbe stabil und formschön werden.
Warum Faltkörbe aus Stoffresten?
Ich finde, Faltkörbe sind ideale Helfer im Alltag: im Bad für Handtücher, im Kinderzimmer für Spielsachen, im Flur für Schals und Handschuhe oder als Pflanzenverstecker. Was ich besonders schätze, ist die Nachhaltigkeit: Stoffreste zu verwerten schont Ressourcen und gibt alten Textilien ein zweites Leben. Außerdem sind die Körbe vielseitig — du kannst Größe, Form und Muster ganz nach deinem Geschmack gestalten.
Welche Stoffe eignen sich?
Viele fragen mich: "Welche Stoffe kann ich verwenden, ohne dass der Korb schlapp zusammenfällt?" Meine Faustregel:
- Je dicker, desto besser: Jeansstoffe, Canvas, alte Tischdecken oder Wachstuch (für wasserfeste Varianten) sind ideal.
- Für Struktur: Ich verwende oft eine Lage Vlieseline (z. B. H630) oder Volumenvlies, um Formstabilität zu erreichen.
- Gemischte Reste: Auch aus mehreren Lagen dünner Baumwolle lassen sich stabile Körbe nähen — einfach übereinanderlegen und zusammensteppen.
- Innenmaterial: Einfache Baumwolle als Innenfutter sorgt für ein sauberes Finish.
Materialliste
| Material | Warum |
| Stoffreste (Jeans, Canvas, Leinen) | Haltbarkeit und Optik |
| Vlieseline/Volumenvlies | Formstabilität |
| Nähgarn, Schere, Stecknadeln | Grundlegendes Werkzeug |
| Maßband, Kreide | Genauigkeit |
| Optional: Bügelfolie oder Pappverstärkung | Extra Stabilität |
Einfache Methode: Faltkorb ohne komplizierte Schnitte
Hier beschreibe ich meine Lieblingsmethode, die ich oft verwende, wenn ich spontan aus Resten einen Korb nähen möchte. Es gibt keine ausgefallenen Schnittteile — nur Rechtecke und einfache Nähte.
Größenbeispiel (kleiner Körbchen): Außenstoff 40 x 30 cm, Innenstoff 40 x 30 cm, Vlies 40 x 30 cm. Du kannst die Maße beliebig skalieren.
- 1. Schneide Außenstoff, Innenstoff und Vlies in gleichen Rechtecken zu.
- 2. Bügle die Vlieseline auf die linke Seite des Außenstoffs, falls du ein bügelbares Vlies verwendest. Das gibt sofort Form.
- 3. Lege Außenstoff und Innenstoff rechts auf rechts aufeinander und nähe entlang einer langen und einer kurzen Seite (zwei Nähte), sodass ein L entsteht. Drehe das Stück auf rechts.
- 4. Falte die Stoffhülle so, dass eine Seitennaht auf der rechten und die andere auf der linken Seite liegt. Nähe die untere Naht geschlossen — damit entsteht der Boden.
- 5. Für die Ecken: Markiere unten an jeder Ecke ein Quadrat (z. B. 5 x 5 cm), falte so, dass die Nahtlinien übereinanderliegen, und nähe quer. Schneide die überschüssige Ecke weg und versäubere die Kante.
- 6. Kremple den Innenstoff nach innen und steppe den oberen Rand für ein sauberes Finish.
Variationen und Tricks für mehr Stabilität
Manchmal möchte ich, dass meine Körbe noch standfester sind, z. B. für Wolle oder schwere Spielsachen. Dafür nutze ich:
- Pappverstärkung: Schneide einen Boden aus fester Pappe oder Wellpappe, beziehe ihn mit Stoff und lege ihn in den Boden des Korbs. Achte darauf, dass die Pappe nicht zu feucht wird — ansonsten ist Holzfaserplatte (MDF) eine längere haltbare Alternative, die du mit Stoff bekleiden kannst.
- Bügelfolie oder H250-Vlies: Besonders für Canvas oder Jeans verwende ich H250 (stärkeres Vlies) oder sogar H630 in Doppelstärke.
- Steg-Nähte: Ich nähe manchmal zusätzlich vertikale Steppnähte außen, um den Korb wie einen Wäschekorb zu strukturieren.
Designideen: Farbe, Muster, Henkel
Ein Faltkorb muss nicht langweilig sein. Ich mixe gerne Muster und Farben. Ein paar meiner liebsten Ideen:
- Bunte Streifen: Aus schmalen Stoffstreifen genäht entsteht ein aktiver, fröhlicher Look — ideal fürs Kinderzimmer.
- Wachstuch außen: Für pflanzennahe Einsatzorte eignet sich Wachstuch, da es wasserabweisend ist.
- Henkel: Einfache Henkel aus Gurtband oder genäht aus dem gleichen Stoff sind schnell angebracht. Ich nähe sie verstärkt mit Quadraten und X-Naht für mehr Halt.
- Lederdetails: Für ein schickes Finish setze ich gern kleine Lederlaschen als Griffe — das sieht edel aus und ältert schön.
Fehler, die mir früher passiert sind (und wie du sie vermeidest)
Beim Ausprobieren habe ich auch einige Fehler gemacht — daraus sind meine besten Tipps entstanden:
- Zu dünner Stoff: Ergebnis: schlapp. Lösung: Mehrere Lagen oder Vlies verwenden.
- Ungleichmäßige Nähte: Ergebnis: schiefe Körbe. Lösung: Mit Stecknadeln gut fixieren, langsam nähen und ggf. Quiltlineal verwenden.
- Keine Verstärkung im Boden: Ergebnis: Boden sackt durch. Lösung: Pappe, MDF oder zusätzliche Stofflagen einsetzen.
Häufige Fragen meiner Leserinnen
Kann ich auch alten Pullovern verwenden?
Ja, gestrickte Pullover eignen sich wunderbar für weiche, gemütliche Körbe. Achte nur darauf, dass die Maschen stabil sind — sonst mit Stoff unterlegen oder verdoppeln.
Wie wasche ich die Körbe?
Das hängt vom Material ab. Baumwollkörbe kannst du bei niedriger Temperatur waschen. Jeans und Canvas meist bei 30–40 °C. Körbe mit Pappe im Boden sollten nicht in die Waschmaschine — hier empfehle ich Flecken lokal zu reinigen oder den Innenstoff herauszunehmen, falls möglich.
Brauche ich eine spezielle Nähmaschine?
Nicht unbedingt. Eine Haushaltsmaschine reicht für die meisten Stoffe. Bei sehr dicken Schichten (z. B. mehrere Jeanslagen) hilft eine robuste Nähmaschine oder eine Ledernadel.
Wie groß kann ich die Körbe machen?
Beliebig groß. Für große Körbe empfehle ich feste Materialien und eine zusätzliche Bodenplatte. Für sehr große Körbe lohnt es sich, Nähte verstärkt und ggf. innen mit Reißnähten für Stabilität zu arbeiten.
Meine Lieblingskombinationen
Meine zwei liebsten Kombis, die ich oft verschenke:
- Außen: alte Leinentischdecke (weich, mit Muster) + Innen: Baumwolle uni + Boden: MDF / Bezug in Kontrastfarbe.
- Außen: Jeansreste gepatcht + Innen: gestreifte Baumwolle + Henkel aus Gurtband.
Wenn du Lust hast, kannst du mir gern ein Foto deiner fertigen Körbe schicken. Auf Liekoshiga freue ich mich immer über Nachmacher-Fotos und neue Ideen von dir — das inspiriert mich für neue Upcycling-Projekte und zeigt, wie vielfältig aus Stoffresten etwas Neues entstehen kann.