Als begeisterte Bastlerin liebe ich Projekte, die schnell wirken, praktisch sind und dabei Ressourcen schonen. Dieses Regal fürs Treppenhaus ist eines dieser Projekte: Aus Restholz und einfachen Holzdübeln baust du in etwa zwei Stunden ein maßgeschneidertes, stabil wirkendes Stück, das wenig kostet und viel Persönlichkeit ausstrahlt. Ich zeige dir meinen Ablauf, nenne nützliche Tricks und gebe dir Variationsideen — ganz praxisnah und ohne Schnickschnack.
Warum dieses Projekt?
Bei mir sammeln sich gerne Holzreste aus früheren Projekten an: ein Brett von der Küchenrenovierung, ein paar Latten vom Balkongeländer. Statt alles aufzubewahren oder wegzuwerfen, verwandle ich diese Stücke in nützliche Möbel. Das Regal fürs Treppenhaus ist schnell gemacht, passt oft in Nischen oder an Treppenwangen und bietet Platz für Pflanzen, Schlüssel oder Deko. Außerdem mag ich die sichtbare Verbindung aus Brettkanten und Holzdübeln — das wirkt handwerklich und warm.
Was du brauchst
Die Liste ist bewusst kurz — die meisten Dinge hat man zuhause oder besorgt sie beim Baumarkt. Ich verwende gern Hettich- oder Fischer-Schrauben, aber für dieses Regal sind sie nicht zwingend nötig.
| Material | Menge / Details |
| Restholz (Bretter) | 1–3 Stück, je nach Länge und Breite |
| Holzdübel | Ø 8–10 mm, 6–12 Stück |
| Holzleim | Schwundarmer Leim (z. B. Ponal) |
| Schleifpapier | K80, K120 und K240 |
| Schrauben & Winkel (optional) | Für zusätzliche Stabilität |
| Maßband, Bleistift, Winkel | Für genaue Maße |
| Bohrmaschine + Bohrer (passend zum Dübel) | Bohrer = Dübel-Ø |
| Stichsäge oder Handsäge | Für Zuschnitt |
| Oberflächenbehandlung | Öl, Wachs oder Holzlasur |
Vorbereitung & Planen
Bevor ich säge, messe ich die Treppenhauswand oder die Nische genau aus. Wichtig sind Tiefe und Höhe: Ein Regal für Schuhe braucht mehr Tiefe als eins nur für Deko. Bei mir war es ein schmales Brett mit 18 cm Tiefe und 90 cm Breite, das ich als zweistöckiges Wandregal nutzen wollte.
Ich plane das Regal so, dass die Dübel als sichtbare Verbindung dienen: Die Böden werden mittels Dübel in die Seitenkanten gesteckt. Dadurch entsteht ein minimalistisches, aber stabiles Konstrukt ohne sichtbare Metallwinkel.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die folgenden Schritte haben sich bei mir bewährt — sie sind flott und sorgen für exaktes Arbeiten.
Holz zuschneiden: Schneide die Seitenwangen (z. B. 2 x 90 cm) und die Regalböden (z. B. 2 x 80 cm) zu. Achte auf rechte Winkel und gleiche Kanten.Markieren: Zeichne auf den Seitenwangen die Dübellöcher an. Bei 80 cm Breite setze ich drei Dübel pro Seite und Brett: je einer etwa 6–8 cm vom Rand, einer in der Mitte. Abstand zwischen Dübeln 30–35 cm ist praxisbewährt.Bohrungen: Bohre mit einem Bohrer im gleichen Durchmesser wie die Holzdübel. Bohre senkrecht und möglichst mittig in die Kante. Ein Anschlag an der Bohrmaschine hilft dabei. Für mehr Stabilität kann die Bohrtiefe etwas größer sein als die halbe Dübellänge — so bleibt genug Raum für Leim.Dübel anpassen: Wenn Dübel überstehen, schneide sie bündig oder schleife leicht. Ich nutze gern Holzdübel mit Zentrierstift, das macht die Ausrichtung leichter.Leimen & Zusammenstecken: Trage Holzleim in die Löcher und auf die Dübel auf, setze dann die Regalböden in die Seitenwangen ein. Prüfe mit dem Winkel, ob alles rechtwinklig sitzt.Sichern & trocknen: Klemme die Konstruktion — bei mir reichen Schraubzwingen für 30–60 Minuten, je nach Leim. Danach trocken lassen (mind. 1–2 Stunden).Feinschliff: Schleife alle Kanten mit K120 und zum Schluss mit K240. So wird die Oberfläche weich und angenehm.Oberfläche behandeln: Ich trage ein dünnes Leinöl auf für natürliche Optik oder eine matte Holzlasur, wenn das Holz geschützt werden soll. Nach dem Trocknen kann das Regal montiert werden.Montage an der Wand: Befestige das Regal mit verdeckten Schrauben oder Winkeln. Bei Trockenbauwänden verwende ich passende Dübel (z. B. Fischer SXR). Achte auf sichere Befestigung, besonders wenn das Regal schwere Gegenstände tragen soll.Tipps aus meiner Werkstatt
Präzision bei der Bohrung spart Zeit: Ein kleiner Schieblehreinsatz oder ein Bohranschlag verhindert Schiefstellungen.Wenn du sehr dünnes Restholz hast, verwende zusätzliche Leisten an der Rückseite als Verstärkung.Für eine industrielle Optik streiche ich die Dübel manchmal mit dunkler Holzlasur — das ergibt einen schönen Kontrast.Holz mit sichtbaren Jahresringen wirkt lebendiger; plane das Muster so ein, dass der Bettseitenverlauf stimmig ist.Variationsideen
Ich liebe es, Projekte zu variieren — hier ein paar Ideen, wie du das Regal an deinen Stil anpassen kannst:
Schwebendes Regal: Verwende längere Dübel und versteckte Metallaufhängungen, so wirkt das Brett wie schwebend.Pflanzenregal: Lege eine Folie auf die Regalböden oder benutze kleine Untersetzer, damit Wasser den Holzboden nicht beschädigt.Stufenregal: Baue mehrere kleine Regalböden, die entlang der Treppenstufen verlaufen — sehr dekorativ und praktisch für Deko.Farbliche Akzente: Streiche die Rückseite in einer Akzentfarbe (z. B. Farbreste, Chalk Paint von Annie Sloan) für mehr Pepp.Häufige Fragen (FAQ)
Wie stabil ist so ein Regal? Mit drei Dübeln pro Seite und guter Leimverbindung ist es überraschend stabil für Bücher, Pflanzen und Deko. Für schwere Lasten bitte zusätzliche Schrauben oder Metallwinkel verwenden.Können Anfäger das schaffen? Ja. Die Schritte sind einfach, und mit einem Bohranschlag erreichst du sehr präzise Ergebnisse.Wie lange dauert das Trocknen? Der Leim hält nach 30–60 Minuten so weit, dass du entklemmen kannst, volle Festigkeit erreicht er nach 24 Stunden.Wenn du möchtest, kann ich dir gern eine Materialliste für eine konkrete Regalgröße (z. B. 80 x 18 x 40 cm) zusammenstellen oder eine Skizze machen. Schick mir einfach die Maße deiner Nische oder Fotos vom Treppenhaus — ich freue mich immer über Bilder von nachgemachten Projekten!