Ich liebe es, aus einfachen Dingen etwas Besonderes zu schaffen – und genau das ist bei meinem letzten Projekt passiert: eine marmorierte Ablage fürs Sideboard, gegossen auf einer IKEA LACK-Platte mit Epoxidharz und getrockneten Blüten. In diesem Beitrag nehme ich dich Schritt für Schritt mit, teile meine Fehler, Tipps und Materialien, damit du dieses Projekt zuhause nachmachen kannst.
Warum eine Lack‑Platte und Epoxidharz?
Die IKEA LACK-Platte ist für mich die perfekte Basis: günstig, leicht zu bearbeiten und in vielen Größen erhältlich. Epoxidharz macht die Oberfläche glänzend, robust und wasserabweisend – ideal für eine Ablage, auf der Kerzen, Vasen oder eine Schale stehen sollen. Mit getrockneten Blüten erhält die Platte einen persönlichen, botanischen Touch, während die Marmorierung für Tiefe sorgt.
Materialien und Werkzeuge
- IKEA LACK Platte (Größe nach Wunsch)
- Epoxidharz 2‑K (z. B. ArtResin, ResinPro oder ein ähnliches klares Gießharz)
- Härter (kommt meist mit dem Harz)
- Pigmente für Harz: flüssige oder pastöse Mica‑Pigmente in Weiß, Schwarz/Grau und ggf. Gold
- Getrocknete Blüten (eindeutig trocken und flach gepresst)
- Abklebeband (Malerkrepp)
- Heißluftpistole oder Gasbrenner (zum Entfernen von Luftblasen)
- Messbecher, Rührstäbchen, Einmalhandschuhe, Atemschutzmaske (Schutz) und Schutzfolie
- Schleifpapier (Körnung 120–400) und Polierpaste
- Montagekleber oder Doppelklebeband, falls du die Platte später auf ein Sideboard kleben möchtest
Vorbereitung der LACK‑Platte
Bevor ich überhaupt mit dem Harz arbeite, bereite ich die Platte vor. Die Rückseite und Kanten der LACK sind oft unbehandelt und saugfähig. Ich verschließe die Unterseite mit einem dünnen Erstauftrag Epoxidharz oder mit Acrylgrund, damit später kein Harz durchdrückt. Wichtig: Die Platte muss absolut staubfrei sein. Ich reinige sie mit einem fusselfreien Tuch und etwas Isopropylalkohol.
Die Kanten der LACK sind meist stumpf; ich runde sie leicht mit feinem Schleifpapier ab. Danach klebe ich die Unterseite mit Malerkrepp ab, sodass nur die Oberseite lackiert wird. So vermeide ich Tropfen an der Unterseite und habe saubere Kanten.
Getrocknete Blüten richtig vorbereiten
Meine Blüten presse ich immer mehrere Tage zwischen Küchenpapier und schweren Büchern, bis sie völlig trocken und flach sind. Feuchte Blüten können später im Harz schimmeln oder Gasblasen werfen. Ich sortiere die Blüten nach Größe und Farbe und überlege mir eine Komposition, die später sichtbar bleibt – am besten ohne zu viele winzige Teile, die beim Gießen verrutschen könnten.
Harz anmischen: Tipps für eine blasenfreie Mischung
Beim Mischen von Harz und Härter halte ich mich genau an das Verhältnis des Herstellers (häufig 1:1 oder 2:1). Ich mische langsam und gleichmäßig, damit keine Luft eingetragen wird. Für kleine Flächen reicht oft ein geringer Verbrauch; lieber in mehreren kleinen Portionen mischen. Verwende saubere Messbecher und rühre mindestens 3–5 Minuten, bis die Mischung klar und homogen ist.
Marmorierungstechnik Schritt für Schritt
So gehe ich vor, um die marmorierte Optik zu erreichen:
- Ich gieße eine dünne Grundschicht klaren Harzes (ca. 1–2 mm) auf die Platte, um eine glatte Basis zu schaffen.
- Wenn diese Schicht leicht anzieht (aber noch klebrig ist), positioniere ich die getrockneten Blüten vorsichtig. So liegen sie eingeschlossen, aber kaum Falten entstehen.
- Für die Marmorierung mische ich zwei zusätzliche Harzportionen: eine mit weißem Pigment, eine mit grauem/schwarzem Pigment. Ein kleines bisschen Metallic‑Gold verleiht Tiefe.
- Mit einem Holzspatel trage ich die farbigen Harze in geschwungenen Linien auf die Oberfläche.
- Mit einem dünnen Rührstäbchen ziehe ich die Farben leicht durch, sodass feine Adern entstehen. Ich achte darauf, nicht zu viel zu mischen – die Farben sollen sich nur überlappen.
- Zum Schluss entziehe ich Luftblasen mit einer Heißluftpistole oder einem kleinen Gasbrenner, indem ich die Flamme kurz über die Oberfläche führe (Achtung: Abstand halten und langsam bewegen!).
Tipps zur Blütenintegration
Ich habe zwei Varianten ausprobiert: Die Blüten komplett unter einer klaren Schicht zu versiegeln oder sie leicht an die Oberfläche zu „heben“, damit sie mehr sichtbar sind. Für letzteres lasse ich die untere Schicht etwas dicker, setze die Blüte darauf und gieße danach eine dünne Abschlusschicht klaren Harzes. So sitzen die Blüten stabil, ohne vollständig „verloren“ zu wirken.
Wartezeit und Nachbearbeitung
Die Aushärtezeit hängt vom Harz ab. Typisch sind 24–72 Stunden, bis die Oberfläche berührfest ist, und bis zu 7 Tage für die vollständige Aushärtung. In vielen Fällen entstehen nach der ersten Aushärtung kleine Unebenheiten oder Krater. Ich schleife diese mit feinem Schleifpapier (beginnend mit 240, dann 400) und poliere danach mit einer Polierpaste oder einem speziellen Harz‑Glanzmittel.
| Phase | Dauer (typisch) |
|---|---|
| Berührfest | 12–24 Stunden |
| Schleifbar | 24–48 Stunden |
| Endhärte | 3–7 Tage |
Sicherheits‑ und Nachhaltigkeitstipps
Epoxidharz ist ein toller Werkstoff, aber man muss respektvoll damit umgehen. Ich trage immer Schutzhandschuhe, Atemschutzmaske und arbeite in gut belüfteten Räumen. Nicht ausgehärtetes Harz sollte nie in den Abfluss gelangen. Reste und Pappbecher lasse ich aushärten und entsorge sie dann wie Sondermüll oder laut Herstellerhinweis.
Um dem Nachhaltigkeitsanspruch meines Blogs gerecht zu werden, suche ich nach Harzen mit geringerem VOC‑Gehalt und achte auf sparsame Verwendung. Getrocknete Blüten stammen oft aus meinem eigenen Garten oder von regionalen Blumenmärkten – das reduziert Transport und Verpackung.
Fehler, die ich gemacht habe (und wie du sie vermeidest)
- Zu schnelle Mischung → viele Luftblasen: ruhig und langsam rühren.
- Nasse Blüten eingebettet → Verfärbungen: Blüten richtig pressen und prüfen.
- Zu dicke Harzschichten → übermäßige Hitzeentwicklung: lieber in Schichten arbeiten.
- Keine ausreichende Belüftung → Kopfschmerzen: immer Maske und Lüftung verwenden.
- Klebrige Kanten → schlechte Kantenabdichtung: Unterseite gut abkleben und Kanten später glatt schleifen.
Anbringung auf dem Sideboard
Wenn die Ablage fertig und vollständig ausgehärtet ist, kann sie mit einem starken Montagekleber oder doppelseitigem Industrie‑Klebeband auf das Sideboard befestigt werden. Alternativ stelle ich die Platte lose auf – so kann ich sie jederzeit dekorativ umpositionieren. Achte bei schwerer Deko auf die Tragfähigkeit der LACK‑Platte.
Wenn du magst, kannst du noch sichtbare Füße oder Gummipads unterkleben, damit die Ablage nicht direkt das Sideboard kratzt. Ich verwende filzbezogene Pads, die stabilisieren und schützen.
Wenn du Fragen zu einem Schritt hast oder sehen möchtest, wie ich meine Farbkompositionen zusammenstelle, schick mir gerne ein Foto oder kommentiere – ich antworte immer gern und teile weitere Tricks aus meiner Werkstatt.