Als leidenschaftliche Bastlerin und Verfechterin nachhaltiger Ideen habe ich neulich ein altes Regal in ein praktisches, rollendes Spielzeuglager für das Kinderzimmer verwandelt — und das an nur einem Tag. Ich erzähle dir Schritt für Schritt, wie ich das gemacht habe, welche Materialien ich benutzt habe, welche Fehler ich gelernt habe und wie du das Projekt an deine Bedürfnisse anpassen kannst. Dieses Upcycling ist ideal, wenn du Platz sparen willst, Ordnung schaffen und dabei Ressourcen schonen möchtest.
Warum ein rollendes Spielzeuglager?
Ich wollte eine Lösung, die flexibel ist, wenig Platz braucht und gleichzeitig hübsch aussieht. Ein rollendes Regal lässt sich unter Betten schieben, neben Sofas verstauen oder einfach zum Spielen in den Raum ziehen. Außerdem habe ich beim Upcycling vorhandene Materialien verwendet — das schont den Geldbeutel und die Umwelt.
Was du brauchst
Die folgenden Materialien und Werkzeuge haben bei mir gut funktioniert. Viele Sachen hatte ich schon zuhause oder konnte sie günstig besorgen.
- Altes Regal (IKEA Kallax oder ein einfaches Bücherregal funktionieren prima)
- 4 Möbelrollen (mit Bremse, Traglast mind. 25 kg pro Rolle)
- Holzplatten (falls du Böden verstärken oder Seitenteile ergänzen willst)
- Schrauben, Winkel und gegebenenfalls Metallplatten zur Verstärkung
- Schleifpapier (Körnung 80–220)
- Farbe oder Lasur (Acryl- oder Kreidefarbe; ich mag Annie Sloan Chalk Paint für den Vintage-Look)
- Grundierung (bei lackierten oder stark saugenden Oberflächen)
- Textil- oder Papierkörbe / Stoffboxen zur Organisation der einzelnen Fächer
- Maßband, Bleistift, Akkuschrauber, Bohrer
- optional: Griffe, Etiketten, Rollenstopper
Vorbereitung: Auswahl und Beurteilung des Regals
Ich habe ein simples Kallax-ähnliches Regal gewählt, weil die Würfelform perfekt für Aufbewahrungsboxen ist. Wichtig ist, das Regal auf Stabilität zu prüfen: Schräg stehende Regale oder solche mit losem Rückwandmaterial sollten vor dem Rollen verstärkt werden. Prüfe auch die Unterkante: bei furnierten Platten können Schrauben nicht immer ausreichend greifen — dann habe ich Metallwinkel eingesetzt oder eine Holzleiste von unten angeschraubt.
Schritt-für-Schritt Anleitung
Ich habe das Projekt an einem Vormittag durchgeführt — hier meine Reihenfolge:
- Reinigen und ausmessen: Entferne Staub und überprüfe die Maße. Miss den Abstand zwischen Boden und unterer Regalplatte, um sicherzugehen, dass die Rollen Platz haben.
- Verstärken: Falls nötig, habe ich zusätzliche Holzleisten an der Unterseite verschraubt. Diese dienen als stabile Basis für die Rollen. Alternativ eignen sich Metallplatten als Auflagefläche.
- Positionieren der Rollen: Ich markiere an den Ecken die Bohrpunkte und bohre vor, damit die Schrauben später nicht ausreißen. Bei dünnen Platten nutze ich kleine Metallplatten oder dickere Holzdübel zur Verstärkung.
- Montieren der Rollen: Schraube die Rollen fest — bei schweren Regalen empfehle ich Kreuzschlitzschrauben in Kombination mit Unterlegscheiben.
- Oberfläche vorbereiten: Schleife Kanten und beschädigte Stellen ab. Ich arbeite mit 120er Körnung, bei glatten Flächen anschließend mit 220er für feine Resultate.
- Grundieren und Streichen: Auf furnierten Flächen nutze ich eine Haftgrundierung. Danach zwei dünne Schichten Farbe. Für ein langlebiges Finish trage ich zum Schluss Klarlack auf.
- Organisation innen: Ich stelle Stoffkörbe in die Fächer, beschrifte sie (z. B. „Autos“, „Puppen“, „Bauklötze“) und ergänze mit kleinen Boxen für Kleinteile.
- Finale Sicherheitsprüfung: Teste die Bremse(n), bewege das Regal über verschiedene Böden und prüfe die Stabilität bei beladenem Zustand.
Tipps für Kinderzimmer-Sicherheit
- Fixiere schwere Regale zusätzlich an der Wand, auch wenn sie auf Rollen stehen — ich habe eine einfache Anti-Kipp-Befestigung genutzt.
- Wähle Rollen mit Bremse (z. B. von Tente oder Hettich), damit das Regal beim Spielen nicht wegrollt.
- Abgerundete Kanten vermeiden Verletzungen; klebe bei Bedarf Kantenschutz auf.
- Verwende ungiftige Farben und Lacke (CE- oder EN71-konforme Produkte). Ich achte immer auf schadstoffarme Kreidefarben.
Design-Varianten und Personalisierung
Jedes Kinderzimmer hat seinen eigenen Stil — so habe ich das Regal personalisiert:
- Spielplatz-Look: Matte Farben in Primärtönen, große Etiketten und robuste Stoffboxen.
- Pastell & Scandi: Kreidefarben in Rosé, Mint und Grau; schlichte Körbe aus Naturfaser.
- Memo-Board: Eine Seite des Regals kann magnetisch lackiert werden (Magnetfarbe + Oberfläche mit Kreidefarbe), so wird es gleichzeitig Pinnwand.
- Roller mit Federung: Für Teppiche empfehle ich große, leicht laufende Rollen (Gummiummantelung) — das rollt sanfter.
Häufige Probleme und wie ich sie gelöst habe
| Problem | Lösung |
|---|---|
| Rollen drehen nicht leicht genug | Größere Rollen mit Gummibereifung montiert; Achsen mit etwas Fett geschmiert |
| Regal kippt bei Belastung | Zusätzliche Befestigungsleiste und Wand-Anti-Kipp-Befestigung angebracht |
| Farbe blättert ab | Oberfläche besser angeschliffen und Haftgrund verwendet |
Materialkosten und Zeitaufwand
Bei mir lagen die Kosten hauptsächlich bei den Rollen (ca. 15–40 € für vier gute Rollen) und den Stoffboxen (5–20 € pro Stück, je nach Qualität). Falls du Farbe und Werkzeuge schon hast, ist das Projekt sehr günstig. Zeitlich habe ich inklusive Trocknungszeiten etwa 6–8 Stunden gebraucht — bei schneller Trocknung (z. B. mit Acryllack) ist ein Tag realistisch.
Abwandlungen für andere Räume
Das Prinzip lässt sich leicht übertragen: In der Küche als rollender Gewürz- oder Vorratsschrank, im Badezimmer für Handtücher, oder im Home-Office als fahrbares Aktenregal. Pro-Tipp: Bei Einsatz in Feuchträumen unbedingt wasserfeste Lacke verwenden.
Wenn du willst, kann ich dir eine Materialliste für dein konkretes Regal zusammenstellen oder dir helfen, eine Farbkombination auszuwählen. Schick mir ein Foto deines Regals — ich gebe dir gern konkrete Verbesserungsvorschläge.