Wie du mit kreidefarbe und wachseffekten ein vintage-regal im skandi-stil gestaltest

Wie du mit kreidefarbe und wachseffekten ein vintage-regal im skandi-stil gestaltest

Als ich mein erstes Regal im skandinavischen Stil umgestaltet habe, wollte ich genau dieses Gefühl: schlicht, warm und gleichzeitig mit einer wohnlichen Patina, die an vergangene Zeiten erinnert. Mit Kreidefarbe und gezielten Wachseffekten lässt sich genau das erzielen — und das Beste daran: Du brauchst keine teuren Werkzeuge, nur etwas Geduld und Freude am Tun. In diesem Beitrag erzähle ich dir Schritt für Schritt, wie ich vorgegangen bin, welche Materialien sich bewährt haben und welche Fehler du vermeiden kannst.

Warum Kreidefarbe und Wachs?

Kreidefarbe (Chalk Paint) ist für mich die perfekte Basis: sie haftet hervorragend auf den meisten Oberflächen, lässt sich leicht verarbeiten und hat von Natur aus eine matte, samtige Optik, die gut zum skandinavischen Minimalismus passt. Die Farbe erzeugt eine ruhige, matte Fläche, während Wachs—egal ob klar oder farbig—dazu dient, die Oberfläche zu schützen, zu intensivieren und gezielt Alterungsspuren zu setzen. Zusammen ergeben sie eine Oberfläche mit Tiefe: die Farbe sorgt für Ton und Stimmung, das Wachs bringt Kontraste, Glanzpunkte und eine fühlbare Struktur.

Materialliste (meine Favoriten)

  • Kreidefarbe: z. B. Annie Sloan, Rust-Oleum Chalky Finish oder DIY-Kreidefarbe aus Kreidepulver (Calciumcarbonat) + Dispersionsfarbe
  • Bürsten: Flachpinsel in verschiedenen Breiten und ein kleiner Naturhaarpinsel für Details
  • Schwamm oder Lappen: zum Abnehmen überschüssiger Farbe/Wachs
  • Wachs: klares Möbelwachs und dunkles Antiquing-Wachs (z. B. Möbelwachs von Liberon oder White Spirit-freies Wachs)
  • Sandpapier: Körnung 120–220
  • Schutz: Handschuhe, Atemschutzmaske bei Lösungsmittelhaltigem Wachs
  • Optional: Lasur oder Patina-Pigmente für besondere Effekte
  • Vorbereitung: Was ich zuerst mache

    Bevor ich überhaupt den ersten Pinselstrich setze, räume ich das Regal komplett frei und reinige es gründlich. Staub und Fett verhindern eine gleichmäßige Haftung. Für geölte oder gewachste Flächen habe ich schon einmal mit einem Entfetter gearbeitet oder die Oberfläche leicht angeschliffen (mit 120er Papier), damit die Kreidefarbe besser anhaftet. Bei lackierten oder laminier­ten Oberflächen genügt oft ein leichter Anschliff.

    Ein Tipp: Wenn du Holzmaserung erhalten möchtest, schleife nur dort, wo nötig. Bei sehr glatten Oberflächen hilft ein Primer oder eine Haftgrundierung, aber oft ist Kreidefarbe genügsam genug.

    Farbwahl: Skandi-Farbpalette

    Skandinavischer Stil lebt von ruhigen, hellen Tönen, kombiniert mit sanften Kontrasten. Meine Lieblingskombinationen sind:

  • Cremeweiß + leichtes Grau
  • Pastellblau oder Mint als Akzent
  • Warmes Sand oder Hellbeige für natürliche Wärme
  • Für ein Vintage-Regal setze ich meist auf ein gedämpftes Hauptton (z. B. „Antique White“ oder „Dove Grey“) und arbeite mit einem dunkleren Wachs, das die Vertiefungen und Kanten betont. Ein leichter Hauch von Pastell innen in den Fächern kann schön wirken, ohne den skandinavischen Charakter zu überladen.

    Die Grundschicht auftragen

    Ich beginne mit einer dünnen, gleichmäßigen Schicht Kreidefarbe. Wichtig: lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke — das verhindert sichtbare Pinselspuren und sorgt für ein natürliches Finish. Nachdem die erste Schicht getrocknet ist (meist innerhalb von 1–2 Stunden, je nach Produkt), beurteile ich die Deckkraft. Oft genügt eine zweite Schicht, manchmal sind drei nötig, wenn du eine sehr deckende Farbe möchtest.

    Für bewusstes Abblättern oder Shabby-Chic-Effekte trage ich die zweite Schicht gezielt unregelmäßig auf und schleife anschließend Stellen leicht an, an denen natürlicher Abrieb entstehen würde: Kanten, Griffe, Ecken.

    Wachseffekte setzen: Technik und Tipps

    Wachs ist das Zaubermittel. Klarwachs schützt und gibt eine leichte Tiefe, während dunkles Antiquing-Wachs die Struktur herausarbeitet und die Optik „gealtert“ erscheinen lässt.

  • Ich trage das Wachs dünn mit einem Naturhaarpinsel oder einem weichen Tuch auf.
  • Für vintage Look: zuerst klares Wachs, gut einreiben, dann an den Kanten und Vertiefungen gezielt dunkles Wachs mit einem kleinen Pinsel auftragen.
  • Mit einem sauberen Lappen entferne ich überschüssiges dunkles Wachs sofort, bevor es zu stark einzieht. So bleibt die Dichtung in den Fugen sichtbar, ohne zu dominant zu werden.
  • Wenn du stärkeres Kontrastspiel möchtest, kannst du nach dem Trocknen (24 Std.) wieder leicht anschleifen und noch eine dünne Wachsschicht auftragen.
  • Ein Trick, den ich oft nutze: Mische ein bisschen farbiges Wachs mit klarem Wachs, um sanfte Schattierungen zu erzeugen. So entsteht ein sehr natürlicher Alterungsgrad, ohne harte Kanten.

    Fehler, die ich gemacht habe – und wie du sie vermeidest

  • Zu dick gewachst: Das Regal fühlte sich klebrig an. Lösung: überschüssiges Wachs mit Lappen entfernen und mit einer weichen Bürste polieren.
  • Ungleichmäßige Farbe: Pinselstriche sichtbar. Lösung: dünnere Schichten, quer und längs streichen, am Ende sanft mit einem feinen Schleifpad polieren.
  • Dunkles Wachs zu dominant: Wirkt künstlich. Lösung: sofort mit Baumwolltuch abnehmen und mit klarem Wachs überarbeiten.
  • Details und Styling im Skandi-Vintage-Look

    Die kleinen Dinge machen die Stimmung: schlichte Griffe aus Holz oder Messing, Rattankörbe in den Fächern, und Pflanzen mit klaren Linien (z. B. Philo oder Efeu) bringen Leben in das Regal. Für den Vintage-Touch liebe ich alte Buchrücken in neutralen Tönen, Keramikstücke mit einfacher Glasur und gerahmte Schwarz-Weiß-Fotos.

    Wenn das Regal Teil eines größeren Raumes ist, achte ich darauf, die Farbpalette aufzunehmen: ein Kissen, ein Teppich oder eine Vase in ähnlichen Tönen schaffen Harmonie. Licht spielt eine große Rolle: warmes, gedämpftes Licht betont Wachs-Highlights besonders schön.

    Nachhaltige Entscheidungen

    Nachhaltigkeit liegt mir am Herzen. Oft verwende ich recycelte Hölzer oder bereits vorhandene Möbelstücke statt neu zu kaufen. Bei Materialien achte ich auf VOC-arme Produkte und wachse auf Bienenwachs- oder Pflanzenbasis, wenn möglich. Kreidefarbe lässt sich zudem leicht selbst anmischen—das bedeutet weniger Verpackungsmüll, wenn du größere Mengen benötigst.

    Häufig gestellte Fragen

    Wie lange hält der Wachsschutz?
    Das hängt von Nutzung und Beanspruchung ab. In normalen Wohnbereichen kann eine gut aufgetragene Wachsschicht Jahre halten; bei viel Gebrauch erneuere ich nach 1–2 Jahren die dünne Wachsschicht.

    Kann man Kreidefarbe auf lackierten Flächen verwenden?
    Ja, meistens ohne Grundierung, aber ein leichter Anschliff hilft der Haftung. Bei sehr glatten Lacken ist eine Haftgrundierung sinnvoll.

    Ist Wachs wasserfest?
    Wachs schützt vor leichter Feuchtigkeit und Flecken, ist aber nicht vollständig wasserfest. Für stark beanspruchte Flächen empfehle ich einen Klarlack auf Wasserbasis oder speziellen Möbel-Lack.

    Welche Werkzeuge brauche ich unbedingt?
    Gute Pinsel, ein weiches Tuch und ein feines Schleifpapier sind die minimalen Must-haves. Alles andere sind Feinarbeiten, die du nach Bedarf ergänzen kannst.

    Wenn du möchtest, kann ich dir auch Schritt-für-Schritt-Fotos oder eine Materialcheckliste zum Ausdrucken zusammenstellen — sag mir einfach, welches Regal du umgestalten willst (Holzart, Zustand, Maße) und ich gebe dir eine personalisierte Empfehlung.


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